Und Action, bitte!


Ein Kameramann verrät, worauf es bei professionellen Filmaufnahmen ankommt

Seit 2012 dreht Eric Fletcher einige der weltweit beliebtesten TV-Serien mit Nikon-Kameras. »Damals brauchten wir für die Serie Dexter eine kleinere Kamera in Situationen, für die unsere Hauptkamera zu sperrig war«, erzählt er. »Wir testeten die D800, die erste Nikon-Kamera mit Full-HD-Auflösung, und waren mehr als beeindruckt. Damit konnten wir praktisch alles machen, was wir am Set mit unserer Filmkamera umsetzten. Seitdem nutzte ich die D810 und die D850 für verschiedene Serien. Außerdem haben wir kürzlich das erste Mal die Z 6 für Grey’s Anatomy eingesetzt.«

Fletcher ist seit über 30 Jahren als Kameramann für Film und Fernsehen tätig. Er ist technischer Vorsitzender der Society of Camera Operators und gibt Workshops für Kameraleute. »In meinen Kursen bringen ich meinen Schüler*innen bei, ein Problem immer mit einer bisher nie dagewesenen Aufnahme zu lösen. Und ich weiß, dass das möglich ist, denn genau das machen wir am Set mit Nikon-Kameras tun.«

Der Ausgangspunkt von Foto- und Filmaufnahmen ist für Fletcher derselbe. »Es geht darum, eine Geschichte zu konstruieren. Man identifiziert die wichtigsten Elemente und setzt genau die in Szene. Bei Filmaufnahmen kommt dann nur noch die Kamerabewegung dazu. Als Filmemacher hat man die Aufgabe, eine Geschichte zu erzählen. Wie wir sie erzählen, hängt von den gestalterischen Mitteln ab, die wir wählen – Brennweite, ISO, Filter, Kamerabewegung, Fokusoptionen.«

Um das eigene Gehirn zu trainieren, in Bewegtbildern zu denken, empfiehlt Fletcher, sich aus einem Film oder einer Serie eine Sequenz auszuwählen, die einem gefällt. »Dann schaut man sich genau an, wie der Kameramann die Szene aufgenommen hat und welche Mittel er dafür eingesetzt hat? Lange Brennweite oder Weitwinkel? Statische oder dynamische Einstellung?«

Neues Must-have für Filmemacher

Eric Fletcher hat das neue Nikon Z 6 Essential Movie Kit getestet. »Das Kit ist eine fantastische Video-Lösung und bietet praktisch unbegrenzte Möglichkeiten«, sagt er. Auch der NOOR-Fotojournalist Pep Bonet nutzt für seinen Dokumentarfilm die Z 6. »Die Kamera ist brillant und extrem leicht. Der VR-Bildstabilisator ist so gut, dass man selbst bei Freihandaufnahmen immer verwacklungsfreie Aufnahmen erzielt.« Auch Mode-Fotografin Marie Bärsch verwendet das Z 6 Essential Movie Kit für ihre Arbeit. »Damit kann ich hochwertige Clips mit zahllosen Möglichkeiten für die Postproduktion aufnehmen. Ich kann problemlos zwischen Fotografie und Video hin- und herwechseln und Aufnahmen in den sozialen Medien oder mit meinen Kunden teilen – und all das, ohne mehr mitschleppen oder mich an eine neue Kamerabedienung gewöhnen zu müssen.»

»Die Auswahl des Objektivs ist ein wichtiges Gestaltungsmittel. Das ist wie in der Fotografie: Welches Objektiv brauche ich für welches Motiv? Will ich Porträtaufnahmen machen, nehme ich kein Weitwinkel, sondern ein Objektiv mit mittlerer oder langer Brennweite. Warum? Weil ich mir so die Kompression zunutze machen kann und das Gesicht schöner aussieht. Diese Dinge muss man auch bei Film- und Videoaufnahmen beachten.«

Weitere wichtige Entscheidungen bei Filmaufnahmen betreffen die Kamerabewegung – also wie, wann und ob überhaupt. »Wollen wir beispielsweise die Verwirrung in einer Szene verstärken, wählen wir eine lange Brennweite und schwenken die Kamera seitlich, sodass der Hintergrund um den Darsteller herumwirbelt, während er selbst an derselben Stelle bleibt. Oder wir tauchen mit einer extremen Nahaufnahme quasi in die Gedankenwelt einer Figur ein.«

Es gibt jedoch kein Gesetz für Kamerabewegungen. »Man kann sich eine zehnsekündige Szene als eine Abfolge von 240 Einzelbildern vorstellen«, sagt er. »Da braucht die Kamera nicht die ganze Zeit in Bewegung zu sein.

Bei Filmaufnahmen mit Personen sollte man möglichst viel Bildmaterial sammeln, um in der Postproduktion mehr Möglichkeiten zu haben: mehrere Versionen in der Totale, halbnahen und Nahaufnahmen. Fletcher empfiehlt außerdem, ein Storyboard anzufertigen, das alle Elemente enthält, die aufgenommen werden müssen, und zudem der Nachbearbeitung dient.

Er kann nachvollziehen, warum sich viele Fotografen Filmaufnahmen nicht zutrauen. Aber: »Niemand sollte sich davon abschrecken lassen. Gerade Fotograf*innen wissen schon genau, worauf es ankommt.«

Pep Bonet (weiße Jacke) mit einer Nikon Z 6 bei Filmaufnahmen für Hellbangers, seine Dokumentation über die Rock-’n’-Roll-Szene in Botswana, die 2020 erscheinen soll.

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Eric Fletcher setzte als einer der Ersten bei den Dreharbeiten für Fernsehserien Nikon-Kameras ein.

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Pep Bonet bei Drehaufnahmen zu Hellbangers in Botswana. »Die Z 6 gibt mir als Filmemacher absolute Freiheit«, sagt er.

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