FRAGe & antwort


Arne Hodalic, Fotograf und Bildredakteur der slowenischen Ausgabe von National Geographic, über ein Leben hinter der Kamera

Nikon-Kamera


Die erste?

Eine FM2 – die schlichte Bauweise dieser Kamera fasziniert mich noch heute. Ich besitze noch zwei originale FM2-Gehäuse aus den frühen 1980ern, die noch perfekt funktionieren und die ich auch manchmal noch nutze.


Die letzte?

Die Z 7 – eine absolut herausragende Kamera. Ich liebe die Bildstabilisierung mittels Sensor, die außergewöhnliche Qualität der RAW-Dateien und die lautlose Auslösung für Aufnahmen in intimer Umgebung.


Die nächste?

Natürlich die Z 8, sobald sie herauskommt! Hoffentlich wird es dann eine noch breitere Palette an hochwertigen Objektiven der S-Reihe geben – auch wenn die Z 7 schon eine wirklich fantastische Kamera ist.


Auftrag


Der erste?

Für das Schweizer Magazin Animan fotografierte ich 1989 ein kleines Dhingy auf dem Nil. Wir begannen unsere Reise in Khartum im Sudan und beendeten sie einen Monat später am Nassersee in Ägypten – ein unvergessliches Erlebnis.


Der letzte?

Ich war schon immer Freiberufler, arbeite aber seit 15 Jahren regelmäßig für National Geographic Slowenien.


Der nächste?

Eine Location-Scouting-Reise nach Usbekistan. Ich gebe neuerdings Foto-Workshops an verschiedenen Orten der Welt und werde im September hoffentlich eine Reise dorthin leiten.


Location-Shooting


Das erste?

Als ich in der Grundschule Mitglied des Fotokreises war.


Das letzte?

In einem Aquarium porträtierte ich für National Geographic einen Klimaforscher durch das Glas eines riesigen Beckens voller Fische – fünf leistungsstarke Studioblitze sorgten für das richtige Licht.


Das nächste?

Ein großes, aber noch nicht angekündigtes Projekt in Saudi-Arabien, das direkt vom Königshof in Auftrag gegeben wurde – ganz ohne fotografische Einschränkungen.


Namensnennung


Die erste?

Im Animan – ein tolles Gefühl! Nach all den Veröffentlichungen in verschiedenen Magazinen, Publikationen und Ausstellungen genieße ich es noch immer sehr, wenn meine Arbeiten öffentlich gezeigt werden.


Die letzte?

In National Geographic Slowenien, Februar 2020. Noch schöner als jede Namensnennung ist jedoch das Fotografieren selbst – das liebe ich heute mehr denn je.


Die nächste?

Zwei Ausstellungen: eine zum Thema »Verschwindende Kulturen« gemeinsam mit der Fotografin Katja Bidovec und eine mit Porträtaufnahmen von Kindern mit seltenen Erbkrankheiten, die in slowenischen Einkaufszentren gezeigt wird.


Glücksfall


Der erste?

1988 auf einer Schiffsreise auf dem Ganges. Ich bot meine Bilder dem Magazin Animan an. Noch am selben Tag fragte mich der Herausgeber, ob ich an einem Auftrag interessiert wäre.


Der letzte?

Vor drei Jahren. Ich hatt vom Sveti-Paro-Wrack gehört – einem venezianischen Handelsschiff aus dem 16. Jahrhundert, das mit seiner Ladung vor der kroatischen Insel Mljet versunken war. Meine Reportage verkaufte ich an Magazine weltweit.


Der nächste?

Ich hätte gern unbegrenzt finanzielle Mittel für meine verrücktesten Fotoprojekte – und davon gibt es eine Menge!


Gelöstes Problem


Das erste?

Für meine Arbeit während der Belagerung Sarajevos in den 1990ern riskierte ich mein Überleben. Ganz im wörtlichen Sinne aber auch wirtschaftlich. Leider wurden wegen geringem Interesse am Bosnienkrieg kaum Bilder veröffentlicht.


Das letzte?

Sicherlich musste ich auch Rückschläge einstecken, aber die meisten habe ich schnell wieder vergessen. Offenbar waren sie nicht schwer genug, um mich von meinem Weg abzubringen.


Das nächste?

Durch meine lange Karriere bin ich mental wohl für alles gerüstet. Schwierigkeiten sind ein unvermeidbarer Teil des Lebens und ich habe gelernt, Herausforderungen mit offenen Armen zu begrüßen.